Neue Heimat

21.04.2018

911 Reben haben ein neues Zuhause.

Rigolen –  Boden einmal auf den Kopf drehen.

Fräsen –  Anhebungen beseitigen.

Rebschule –  Riesling Setzlinge werden bestellt.

Auszeilen –  Messen wie viele Reihen gepflanzt werden können.

Und dann kommt sie, die Maschine, blau, Kettenantrieb, 85 PS, ein Fahrer, zwei weitere Personen,  die nichts anderes machen als Setzling und Setzstab in ein von der Maschine hervorgerufenes Loch zu stecken. Immer wieder faszinierend für mich und meinen Vater, wie schnell ein Weinberg entstehen kann.

 

Klosterberg, so heißt unsere neue Junganlage, in einem Seitental der Mosel. Kühles Klima, in meinen Augen das A&O für den kommenden Weinbau. So, wie es ein bekannter „Winzer“ von der Saar beschreibt. Kühl, das heißt lange Reifezeit, die Beeren werden nicht zu sehr strapaziert, was eine hervorragende Qualität bringt. –  Einfach wow!

Aber auch der Boden im Klosterberg ist großartig: Feiner Schiefer, sehr locker und luftig. Perfekt für unsere leichten und mineralischen Rieslinge.

In spätestens drei Jahren kann das erste Ergebnis verkostet werden.

Heute gilts

30.03.2018

5:30 Uhr – Am vergangenen Samstag: Aufstehen und dann geht es schon los. Der Lohnfüller kommt. Vieles ist noch vorzubereiten, damit später nichts schief geht. Denn: neun Sorten Wein stehen zum Abfüllen bereit.

7:50 Uhr – Die fleißigen Helfer treffen ein, der Startschuss fällt in 10 Minuten.

8:00 Uhr – Die Anlage wird gestartet und die ersten Flaschen werden befüllt.

9:00 Uhr – Noch immer ist keine Ende in Sicht

10:00 Uhr Flaschen aufs Band, Flaschen runter vom Band!

11:00 Uhr – der Gabelstapler läuft heiß: Gitterbox hin, Gitterbox her

12:00 Uhr – 7.000 Liter sind jetzt in Flaschen, Zeit für eine Stärkung, Mittagessen.

12:30 Uhr – Weiter geht’s und nochmal die gleiche Menge an leeren Flaschen steht vor uns.

14:00 – Flaschen aufs Band, Flaschen runter vom Band

15:00 – Die Lagerhalle  wird voller, die Tanks immer leerer

16:10 Uhr – Endspurt, der neunte und letzte Wein wird in die Füllanlage gepumpt.

17:49 Uhr – Die letzte Flasche wird  vom Band gehoben.

Erleichterte Gesichter bei allen. Nur bei mir nicht, ich darf noch aufräumen.

Amelie, meine Freundin, hat zum ersten Mal auch geholfen zu füllen.

7:00 Uhr – Am vergangenen Sonntag: Sie hat Schmerzen an Muskeln, von denen sie nicht mal wusste, dass sie diese besitzt.

Fortsetzung folgt Ende April…                                           

Klappe… und Schnitt

04.03.2018

Alles von Anfang, Grundlagen für den nächsten Jahrgang setzten.

Es ist kalt, verdammt kalt aber alles kein Problem für die Helden von heute…DIE WINZER!

Derzeit arbeiten wir am Rebschnitt, das bedeutet, altes Holz wegzuschneiden und nur Bestimmtes stehen zu lassen, damit der Weg frei ist, für den kommenden Jahrgang. Mit Hilfe einer Elektroschere und Musik aus Kopfhörern ist dieser kalte Alltag als Jungwinzer im Winter auch zu meistern. Und das, obwohl der Altwinzer sich gerne darüber beschwert, dass ich bitte leiser mitsingen solle. Dabei kann er froh sein auf seine alten Tage, überhaupt noch was hören zu können.

Das Beste an der Arbeit  ist es, mit meinem Freund Niko die abgeschnittenen Triebe zu häckseln. Niko ist ein wahrer Freund. Unser bester Mitarbeiter. Auf ihn kann man sich verlassen und er erfreut sich auch meines Gesanges bei den Fahrten.  Dank seines Kettenlaufwerkes befährt er jede Steillage und den schroffen Schieferuntergrund problemlos. Mit dem Kombihäcksler zerkleinert er die alten abgeschnitten Triebe. Das verschafft Beinfreiheit, denn Triebe bleiben oftmals in Ösen oder Schnürsenkeln hängen. Außerdem kann ich beim nächsten Arbeitsschritt im Weinberg nicht nur Musik hören, dazu singen, sondern auch gleich mittanzen.  Seid gespannt was folgt…

Alles Klar?

23.01.2018

Trübes Wetter an der Mosel, trübes Hochwasser in der Mosel. Brillante  Klarheit gibt es bei uns! – seit heute.

Dank einer Cross-Flow-Filteranlage sind die ersten 2017er Weine nun klar. Bei weiteren Weinen schaffen wir in den nächsten Wochen noch Klarheit. Wein, der heute filtriert wurde, ist unser Sektgrundwein. Und wir sind  begeistert von seiner Fruchtigkeit. Bislang waren die Aromen von Hefen und Trubstoffen noch etwas verdeckt.

Fertig ist der Sekt damit noch nicht. Er muss nun in Sektflaschen gefüllt und in Ruhe während mindestens neunmonatiger Gär- und Reifezeit lagern. Dann wird er abgerüttelt und degorgiert… und dann ist schon fast wieder Weihnachten. Wir freuen uns, Ihnen diesen dann präsentieren zu können.

Alles klar!?

 

Wer ist eigentlich dieser Thiesling?

14.01.2018

Hallo, ich bin es Matthias Weis, 18 Jahre alt/jung –  Ansichtssache. Mein Vater Peter und ich sind Gesellschafter des Weinguts F.J. Weis in Zell an der Mosel. Ja, ich hab jetzt Anteile am Weingut, aber die nützen überhaupt nichts, Chef ist und bleibt immer noch –  ihr könnt es euch denken –  richtig: meine Mama!

„Thies“ eines meiner ersten Worte, so nannte ich mich selbst, im Alter von knapp zwei Jahren. Und bis heute noch nennen mich Verwandte und Freunde so. Und auch Klein-Thies wollte schon immer Winzer werden.

Einige denken sich, warum wird man eigentlich Winzer? „Im Winter zu kalt, im Sommer zu warm, Steillagen zu steil, Trauben zu klebrig, Weinproben am Wochenende –  Knochenjob“. Ja, das trifft alles zu, trotzdem macht es mir Spaß mit der Natur und mit Menschen zu arbeiten – und genau diese Verbindung macht den Beruf so außergewöhnlich. Den Genuss, eine leckere Flasche Riesling in der Hand zu halten und zu sagen: „Der schmeckt ja eigentlich schon ganz geil“ und diesen Riesling hat man selbst erschaffen, macht stolz und lässt Wünsche wahr werden. Wie erwähnt, habe ich mich schon früh entschlossen Winzer zu werden. Als kleiner Junge war es immer die Faszination „Traktoren und viel Dreck“.

#EngelbertStrauss #DieKuhistnichtlila #Dorfkindmomente

Bis heute noch sind es Traktoren aber auch die Abwechslung im Beruf. Morgens mit Engelbert-Strauss Outfit im steilen Weinberg rumkraxeln, am Nachmittag und Abend Weinproben mit Kunden erleben und sein geiles Produkt verkaufen.

Die Natur ist dabei unser bester Mitspieler, aber auch unser schwierigster Partner. Immer wieder erwarten uns neue Herausforderungen: ob der späte Frost, der viele Regen oder das Aufräumen seines Zimmers… 🙂 Spaß bei Seite. Man kann nie mit dem Idealfall rechnen und das macht es aus, sich den Herausforderungen zu stellen, das Beste zu wollen und endgültig auch zu machen.

Bis bald und peaceout Euer

Thiesling